Die Speichermasse ist das Herzstück eines klassischen Kachelofens. Gemeint ist die gesamte schwere Masse aus wärmespeichernden Baustoffen, allen voran Schamotte (ein feuerfester, keramischer Werkstoff), dazu die Ofenkacheln, der Verputz und das Mauerwerk. Beim Abbrand des Holzes nimmt diese Masse einen Großteil der entstehenden Wärme auf und speichert sie. Erst nachdem das Feuer längst erloschen ist, gibt der Ofen die gespeicherte Energie nach und nach an den Raum ab – überwiegend als angenehme Strahlungswärme.
Wie viel Wärme ein Ofen speichern kann und wie lange er nachheizt, hängt unmittelbar von der Menge und Anordnung der Speichermasse ab. Eine große Masse bedeutet: Der Ofen braucht länger, bis er warm wird, hält die Wärme dafür aber über viele Stunden – bei einem gut ausgelegten Grundofen oft über einen halben Tag hinweg. Eine geringere Masse wird schneller warm, kühlt aber auch rascher wieder aus. Die Speichermasse bestimmt damit maßgeblich die Dauer und die Gleichmäßigkeit der Wärmeabgabe. Deshalb wird sie beim Bau sorgfältig auf die Raumgröße, den Wärmebedarf und die gewünschte Heizweise abgestimmt.
Für die Praxis heißt das: Ein massereicher Ofen wird typischerweise nur ein- bis zweimal täglich befeuert und liefert dazwischen konstante, sanfte Wärme ohne starke Temperaturschwankungen. Genau diese ruhige, lang anhaltende Wärme unterscheidet einen speichernden Kachelofen von einem reinen Kaminofen, der vor allem schnelle, aber kurzlebige Wärme abgibt. Die richtige Dimensionierung der Speichermasse ist Fachwissen des Hafners und entscheidend dafür, dass Heizverhalten und Wärmekomfort zum jeweiligen Wohnraum passen.