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Glossar · Ofen & Kamin

Ofenkachel

Die Ofenkachel ist ein keramisches, meist handglasiertes Formstück, das die sichtbare Oberfläche eines Kachelofens bildet und zugleich Wärme speichert und wieder abgibt.

Die Ofenkachel ist das prägende Bauteil eines Kachelofens: ein aus Ton geformtes, gebranntes und häufig glasiertes Keramikstück. Anders als eine flache Wandfliese besitzt die Ofenkachel auf ihrer Rückseite meist einen umlaufenden Rand, die sogenannte Zarge oder Krempe. Über diese Zarge wird die Kachel mit Schamotte und Ofenmasse verbunden und in den Ofenkörper eingebunden. Dadurch ist die Kachel nicht bloß eine Verkleidung, sondern ein tragender Teil des Wärmespeichers.

Funktional erfüllt die Ofenkachel eine doppelte Aufgabe. Sie bildet die sichtbare, pflegeleichte Oberfläche und bestimmt maßgeblich das Aussehen des Ofens – über Farbe, Glasur, Format und Oberflächenstruktur. Zugleich nimmt die keramische Masse die Wärme des Feuers auf, speichert sie und gibt sie über Stunden gleichmäßig als angenehme Strahlungswärme an den Raum ab. Diese Kombination aus Speichermasse und geschlossener Oberfläche ist ein wesentlicher Grund für das ruhige, langanhaltende Wärmeempfinden eines Kachelofens.

In der Hafnerei werden Ofenkacheln traditionell handwerklich gefertigt: Der Ton wird geformt, getrocknet, gebrannt, mit einer Glasur überzogen und ein weiteres Mal gebrannt. Weil jede Kachel einzeln bearbeitet und oft handglasiert wird, sind kleine Unterschiede in Farbton und Oberfläche gewollt und typisch. Zu unterscheiden ist zwischen glasierten und unglasierten Kacheln sowie zwischen glatten und reliefierten Oberflächen. Beschädigte einzelne Kacheln lassen sich bei einem bestehenden Ofen in vielen Fällen durch eine fachgerechte Reparatur ersetzen, ohne den gesamten Ofen neu aufzubauen.

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