Beim Dünnbettverfahren wird der Fliesenkleber in einer dünnen Schicht – meist im Bereich weniger Millimeter – auf den Untergrund aufgetragen und mit einer Zahnkelle gleichmäßig „durchgekämmt". Diese Riefen (die sogenannte Kammung) sorgen dafür, dass sich der Kleber beim Einlegen und Andrücken der Fliese gleichmäßig verteilt und die Fliese satt aufliegt. Der Klebermörtel dient dabei nur zum Verkleben, nicht zum Ausgleichen von Unebenheiten.
Genau deshalb ist die wichtigste Voraussetzung ein ebener, tragfähiger und sauberer Untergrund. Weil die Kleberschicht so dünn ist, kann sie Höhenunterschiede oder Wellen im Untergrund nicht ausgleichen – Unebenheiten würden sich sonst in der fertigen Fläche zeigen oder zu Hohlstellen führen. Ist der Untergrund nicht eben genug, wird er vorab gespachtelt oder ausgeglichen (etwa mit einer Ausgleichsmasse), bevor verlegt wird. Der Untergrund muss außerdem trocken und frei von Staub, Fett oder losen Teilen sein, damit der Kleber gut haftet.
Das Dünnbettverfahren steht im Gegensatz zum älteren Dickbettverfahren, bei dem die Fliesen in ein dickes Mörtelbett gesetzt wurden und dieses Bett zugleich Unebenheiten ausgleichen konnte. Heute ist das Dünnbett die Regel, weil es materialsparender, schneller und mit modernen Fliesenklebern gut kontrollierbar ist. Für die Praxis heißt das: Die Qualität der Fliesenarbeit hängt stark von der sorgfältigen Vorbereitung des Untergrunds ab.