Feinsteinzeug ist eine keramische Fliese, die aus fein gemahlenen Rohstoffen wie Ton, Feldspat, Quarz und Kaolin gepresst und bei sehr hohen Temperaturen (in der Regel über 1.200 °C) gebrannt wird. Durch diesen Brand versintert die Masse zu einem besonders dichten Scherben. Das Ergebnis ist ein sehr hartes Material mit einer Wasseraufnahme von unter 0,5 Prozent – dieser niedrige Wert ist auch das entscheidende Merkmal, das Feinsteinzeug von anderen keramischen Fliesen abgrenzt.
Wegen der geringen Wasseraufnahme ist Feinsteinzeug frostsicher und eignet sich daher nicht nur für Innenräume, sondern auch für Terrassen, Balkone und Außenbereiche. Die hohe Dichte macht es zudem robust gegen Abrieb, Kratzer und Fleckenbildung. Verlegt wird es in Wohn-, Bad- und Küchenbereichen ebenso wie in stark beanspruchten Zonen wie Fluren, Eingängen oder gewerblichen Flächen.
Feinsteinzeug ist in vielen Oberflächen erhältlich: poliert, matt, strukturiert oder rutschhemmend. Die Rutschhemmung wird über Normen bewertet – etwa DIN 51130 mit den Bewertungsgruppen R9 bis R13 (Prüfung auf der schiefen Ebene mit Schuhwerk) oder DIN 51097 mit den Gruppen A, B und C für nass begangene Barfußbereiche. Moderne Oberflächen können täuschend echt Naturstein, Holz oder Beton nachbilden. In der Praxis ist bei der Auswahl vor allem der Einsatzort maßgeblich, damit die Rutschhemmung zur jeweiligen Nutzung passt.