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Glossar · Fliesen & Naturstein

Steinzeug

Steinzeug ist eine keramische Werkstoffgruppe mit dicht gesintertem, wasserundurchlässigem Scherben, die bei hohen Brenntemperaturen entsteht.

Steinzeug bezeichnet eine Gruppe keramischer Werkstoffe, deren Scherben (der Grundkörper unter der Oberfläche) beim Brand so weit verdichtet, das heißt gesintert, wird, dass er nur noch sehr wenig Wasser aufnimmt. Möglich wird das durch hohe Brenntemperaturen von rund 1200 bis 1300 Grad Celsius. Der fertige Scherben ist hart, dicht und in der Regel wasserundurchlässig – anders als beim porösen Steingut, das deutlich mehr Feuchtigkeit aufnimmt. Steinzeug wird sowohl glasiert als auch unglasiert verwendet.

Verbreitet ist Steinzeug bei Boden- und Wandfliesen, bei Spaltplatten sowie bei Geschirr und technischer Keramik. Wegen des dichten Scherbens gilt Steinzeug als robust, frostbeständig und pflegeleicht, weshalb es sich auch für stärker beanspruchte Flächen eignet. Vom klassischen Steinzeug abzugrenzen ist das Feinsteinzeug: Es besteht aus besonders fein aufbereiteten Rohstoffen, wird noch stärker verdichtet und weist dadurch eine noch geringere Wasseraufnahme sowie eine sehr dichte, harte Oberfläche auf. Feinsteinzeug ist damit eine besonders hochwertige Variante innerhalb der Steinzeug-Familie.

Für die Praxis ist die Unterscheidung wichtig, weil Wasseraufnahme, Dichte und Härte darüber mitentscheiden, wo ein Belag sinnvoll eingesetzt werden kann – etwa im Außenbereich, in Nassräumen oder auf stark begangenen Böden. Die technischen Eigenschaften einer Fliese, darunter auch Rutschhemmung oder Abriebfestigkeit, werden über eigene Prüfnormen beschrieben und sind unabhängig von der reinen Materialbezeichnung zu betrachten.

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