Unter Beweissicherung versteht man das planmäßige Festhalten eines vorhandenen Zustands, damit dieser später zuverlässig belegt werden kann. Der Hintergrund ist einfach: Spuren, Schäden oder Mängel verändern sich mit der Zeit oder verschwinden ganz, sobald weitergearbeitet, gereinigt oder saniert wird. Wer den Zustand vorher sauber dokumentiert, kann auch Wochen oder Monate später nachweisen, wie es tatsächlich ausgesehen hat.
Typischerweise gehören zur Beweissicherung eine geordnete Foto- und gegebenenfalls Videodokumentation, eine schriftliche Beschreibung der festgestellten Auffälligkeiten sowie die Angabe von Ort, Datum und den näheren Umständen. Bei Fliesen, Naturstein, Öfen oder Keramik werden häufig auch Lage und Ausmaß von Rissen, Absplitterungen, Verfärbungen oder Unebenheiten erfasst, teils mit Maßangaben oder Referenzobjekten für die Größeneinordnung. Wichtig ist, dass die Aufzeichnungen vollständig, nachvollziehbar und möglichst neutral sind, sodass sie ihren Zweck als Beleg erfüllen.
In der Praxis spielt die Beweissicherung vor allem dann eine Rolle, wenn Uneinigkeit über die Ursache oder den Umfang eines Schadens besteht, etwa zwischen Bauherren, ausführenden Betrieben oder Versicherungen. Ein Sachverständiger sichert den Zustand fachgerecht, bevor Reparaturen oder weitere Bauschritte die Ausgangslage verändern. So bleibt eine belastbare Grundlage erhalten, auf die sich alle Beteiligten später berufen können. Gerade weil sich viele Spuren nicht wiederherstellen lassen, gilt: Die Beweissicherung sollte möglichst früh und vor Eingriffen erfolgen.