Eine Hohllage liegt vor, wenn zwischen der verlegten Fliese und dem darunterliegenden Untergrund ein Hohlraum verbleibt. Ursache ist meist eine mangelhafte Verklebung: Der Fliesenkleber wurde nicht ausreichend aufgetragen, die Fliese nicht satt eingedrückt (kein sattes Einbetten) oder der Kleber ist bereits angetrocknet, bevor die Fliese eingelegt wurde. Auch ein ungeeignetes Auftragsverfahren oder ein zu grober Zahnspachtel kann dazu führen, dass der Kleber die Rückseite der Fliese nur teilweise benetzt (unzureichende Kontaktfläche).
Hohllagen sind kein rein optischer Mangel, sondern schwächen die Verlegung dauerhaft. In den nicht unterstützten Bereichen fehlt der Fliese die tragende Auflage. Dadurch steigt das Risiko, dass die Fliese unter Belastung bricht, dass sich der Belag mit der Zeit ablöst oder dass an den Fugen Schäden entstehen. Besonders bei Bodenflächen mit Fußbodenheizung oder starker Beanspruchung wirken sich Hohllagen ungünstig aus, da Temperaturwechsel und Punktlasten die geschwächten Stellen zusätzlich beanspruchen.
Erkennen lässt sich eine Hohllage in der Praxis durch Abklopfen: Klopft man die Fläche systematisch mit einem geeigneten Gegenstand ab, klingen hohlliegende Fliesen dumpfer und heller als satt verklebte, die einen vollen, gedämpften Ton erzeugen. Auf dieser einfachen Prüfung beruht auch die Beurteilung durch einen Sachverständigen, der Umfang und Lage der Hohlstellen dokumentiert. Typische Anzeichen können außerdem sein:
- ein hohler, klappernder Klang beim Begehen oder Abklopfen,
- gerissene oder lose Fliesen ohne erkennbare äußere Ursache,
- hochstehende Fliesenkanten oder aufgewölbte Bereiche.